[Audacity] Die Lautstärke anpassen mit Kompression

Wenn man mit dem Mikro unterwegs war, hat man oft das Problem, dass das Eingangssignal sehr unterschiedlich laut ist. Die Gründe sind vielfältig. Zum Beispiel ist bei mehreren Gesprächspartnern meist immer einer lauter, als der andere. Mit der Konsequenz, dass es manchmal schwer ist, beide gleich gut zu hören. Auch ein Hintergrundrauschen kann oft die schöne Aufnahme stören.

In diesem kleinen Beitrag soll es darum gehen, solche Aufnahmen schnell und mit wenigen Klicks auf ein angenehmes Lautstärkeniveau zu bringen. Die wichtigste Voraussetzung ist allerdings, dass die Hintergrundgeräusche nicht unendlich laut sind. Das ganze wird am Beispiel des kostenlosen Audioschnittprogramms “Audacity” gezeigt. Die Vorzüge habe ich kürzlich auch aufgezählt.

Vorbereitung

Nach dem öffnen der Audiodatei ist erstmal eine Grundüberlegung, ob man wirklich die ganze Aufnahme bearbeiten möchte oder vielleicht ein Teil des Materials gar nicht gebraucht wird und als erstes weg geschnitten werden sollte. Gerade, wenn man viel zu viel aufgenommen hat, kann das in den nächsten Schritten Zeit sparen, wenn das Material gar nicht “berechnet” und “bearbeitet” werden muss. Auch evtl. vorhandene Lautstärkespitzen, die durch klappernde Tassen oder das Klopfen auf das Mikro können jetzt noch einfach an einer hohen Pegelanzeige in der Übersicht erkannt werden. Wenn dadurch keine Silben verloren gehen, ist jetzt der beste Zeitpunkt, sie schnell zu markieren und mit der ENTF-Taste zu löschen.

Weg mit dem Rauschen

Dann geht es aber auch schon los: als erstes wird das Rauschen entfernt. Ein leichtes Hintergrundrauschen ist eigentlich immer vorhanden. Manchmal auch ein Surren oder ähnliches. Bei der Durchsicht des Audiomaterials sucht man eine möglichst große Stelle, an der nichts passiert, außer das große Schweigen. Auch andere Geräusche sollten an der Stelle nicht vorhanden sein. Alles was man nun mit gedrückter, linker Maustaste markiert, wird in der ganzen Aufnahme herausgefiltert. Umso wichtiger ist es, hier den Ausschnitt penibel zu wählen, damit es hinterher nicht komisch klingt. Das Rauschen markiertEs sollte dann ungefähr so aussehen:

Jetzt geht es in Audacity in die Effekte -> Rauschentfernung. Jetzt klickt man auf den Button in Schritt 1: Rauschprofil ermitteln. Mit dieser Option kennt nun Audacity das Rauschen. Jetzt muss der Bereich (in der Regel die ganze Datei / Audiokurve) ausgewählt werden, bei dem das Rauschen entfernt werden soll. Dann geht es wieder ins Menü, Effekte -> Rauschentfernung und Schritt 2 ist dran: “das drücken der Ok-Taste”. Die Voreinstellungen können in der Regel einfach übernommen werden. Das Rauschen wird nun entfernt. Wenn doch ein falscher Ausschnitt ausgewählt wurde, einfach über Bearbeiten -> Rückgängig Rauschentfernung den Effekt rückgängig machen und eine neue Auswahl als Rauschprofil auswählen. Schritt 1 und 2 des Effekts müssen dann wiederholt werden.

Gleichmäßig laut bekommen

Kompressor_einstellungen

Jetzt wird es Zeit für den Kompressor. Wieder wird alles markiert, was in der Lautstärke auf einen Level gebracht werden soll. Diesmal geht es dann in den Kompressor unter Effekt -> Kompressor. Im Beispiel ist schon eine relativ starke Kompression drin, dafür sehen wir gleich den Effekt umso mehr. Gerade beim Verhältnis und dem Grenzwert kann man je nach Aufnahme noch etwas justieren. Über den Vorhören-Button lassen sich die Ergebnisse direkt miteinander vergleichen. Mit der Kurve über den Einstellungswerten kann man durch verstellen der Werte auch nochmal visualisiert sehen, wie stark Lauststärkeabsenkungen statt finden. Je nach Originalmaterial kann hier auch weniger deutlich mehr sein.Kompressor - Parameter Mit dem OK-Button werden dann die Einstellungen reingerechnet, so dass es dann am Ende eine deutliche Änderung der Kurven zu erkennen ist:

Kompressor

Originalkurve

Mit dieser Optimierung sollte in den meisten Fällen das Audiomaterial schon deutlich besser klingen. Wer ohne großen Aufwand die Audiodokumente überarbeitet haben möchte, der kann sich auch gerne mal bei auphonic umsehen.

 

Es ist schon zu bemerken, dass Audacity in letzter Zeit ein kleines Steckenpferd von mir ist. Wenn ihr noch Fragen zum Programm habt oder ihr euch zu bestimmten Dingen vielleicht noch Posts wünscht, nehme ich gerne eure Anregungen auf. Schreibt sie mir einfach per Mail oder in die Kommentare.