Owncloud – die eigene Cloudspeicherlösung

Dropbox, SkyDrive oder GoogleDrive sind mit die größten, kostenlosen Anbieter für Speicherplatz im Internet, um die eigenen Dateien immer verfügbar zu haben. Praktisch, schnell und einfach sind die Dateien auf dem Notebook immer aktuell, weil ein Client automatisch für die Synchronisation sorgt. Einen Nachteil haben allerdings alle Dienste: man weiß nie, was mit den Daten passiert, die man dort ablegt. Werden sie gelesen oder ausgewertet? Es könnte schnell sein, dass die eigenen Daten dafür sorgen, das man angepasste Werbeanzeigen oder Informationen bekommt, die zu dem eigenen Inhalt der in der Cloud abgelegten Daten passt. Wer das nicht mag, hat meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten: die Dateien lokal verschlüsseln und dann erst hochladen oder eine eigene Cloudspeicherlösung nutzen.

Owncloud ist eine solche Cloudspeicherlösung für den eigenen Server. Sie verspricht auf jedem dynamischen Webspace installiert werden zu können. So einfach ist auch die Installation: runterladen, entpacken und die URL des Ordners aufrufen. Sechs Angaben machen (Adminname, Adminpasswort, Datenbankname, Datenbankbenutzer, Datenbankpasswort und Datenbank-Host-Adresse) und schon kann man sich einloggen und die Owncloud benutzen – das ging ja einfach!

Die Ansicht der Owncloud nach dem Login, hier allerdings schon mit eigenen Testdateien

Die Ansicht der Owncloud nach dem Login, hier allerdings schon mit eigenen Testdateien

Wie die großen Player präsentiert sich die Oberfläche aufgeräumt. Die beiden wichtigsten Buttons zum anlegen neuer Ordner und dem Hochladen befinden sich direkt oben links. Neben den Dateidiensten bietet Owncloud auch kleinere Groupwarefunktionalitäten und eine einfache Dokumentenbearbeitung. Letztere ist allerdings wirklich so spartanisch, dass sich damit nur einfache Texte schreiben lassen.
Die Textverarbeitung in der Owncloud

Die Textverarbeitung in der Owncloud

Wie man sieht, kommt diese noch bei weitem nicht an Google-Docs oder Skydrive ran, wobei natürlich auch die Frage ist, ob man eine solche OnlineApp in dem Umfang überhaupt braucht.

Die Synchronisation
Nun aber zum eigentlich spannenden: die Synchronisation zwischen dem Webspeicherplatz und den verschiedenen Devices. Es gibt Anwendungen sowohl für Linux, Mac OS und Windows, ebenso wie für Anroid und iOS. Die Desktopanwendung hatte ich schon in früheren Versionen getestet, sie fiel mir allerdings negativ auf, da sie länger brauchte, bis sie fertig synchronisiert hatte bzw auch anfing, Dateien zu synchronisieren. Das ist in der aktuellen Version 1.5 nicht mehr der Fall. Wenn neue Dateien in den „Owncloud“-Ordner lokal hinzugefügt werden, sind diese innerhalb von einigen Sekunden auf den Speicherplatz hochgeladen. Auch neue, große Dateien in der Cloud landen schnell auf dem Rechner. Hier geht also ganz klar der Daumen hoch. Auch in den App-Anwendungen lässt sich sehr schnell auf die Dateien zugreifen und ohne große Probleme Dateien mit mehreren 100 MB (kleine, selbstgemachte Videos zum Beispiel) hochladen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Angenehm fällt auch die die Administration auf. Hier kann man für jeden Benutzer auch ein Speicherkontingent festlegen, so dass sich jeder Benutzer individuell begrenzen lässt.

Teilen von Dateien
Zur Cloud gehört natürlich auch das Teilen von Dateien und Dokumenten oder ganzen Ordnern. Auch das ist in der Owncloud komfortabel möglich. Dabei unterscheidet die Owncloud zwischen den Mitbenutzern und Gruppen in der eigenen Owncloud und einer Freigabe mit einem Link. Besonders gut finde ich das Ablaufen der Freigabe nach einem bestimmten Zeitpunkt, so dass man sicherstellen kann, dass die Dateien nicht jahrelang über den Link abrufbar sind.

So teilt man in der Owncloud Dateien.

So teilt man in der Owncloud Dateien.

Mein kleines Fazit
Die Owncloud schickt sich für mich tatsächlich an, ein guter Ersatz für die Dropbox zu sein. Nicht zuletzt auch durch die volle Bandbreite, die ich nutzen kann, weil mein Webserver nie ausgelastet ist. Auch der letztlich nur durch den Webspace (un-)begrenzte Speicherplatz, den ich bei der Dropbox einfach teuer kaufen müsste, ist ein großer Vorteil. Dafür muss man allerdings auch immer selber dafür sorgen, die aktuellste Version zu nutzen. Aber in meinen Augen ist das ein verschmerzbares Problem. In Vorgängerversionen konnte man auch online die MP3s hören, welche in der Owncloud liegen. Das ist aktuell leider nicht möglich, aber der Bug ist wohl bekannt. Wenn der behoben wird, ist es noch ein Grund mehr, lieber die Owncloud als einen Drittanbieter zu nutzen.

Getestet wurde im Januar 2014 die Owncloud in der Version 6.0.4 mit dem Desktop-Client 1.5 unter Windows und dem Android-Client 1.5.2 auf einem Nexus-Handy.

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