Wenn man mit der Bahn durchs Land fährt, kommt man häufig pünktlich und gut gelaunt am Ziel an. Mit dem DB Navigator in der Hand ist man die ganze Zeit auch gut über die Fahrt informiert. Es gibt aber auch diese Fälle, in denen das alles nicht so gut klappt. Da fällt ein Zug aus, ein anderer hat Verspätung und dann steht der Zug auf einmal 80 Minuten im Bahnhof und es geht nicht vor und nicht zurück. Das ist ärgerlich. Um den Ärger ein wenig zu lindern, gibt es die Fahrgastrechte bei Bahnunternehmen. Nimmt man die in Anspruch, erhält man einen Teil des Fahrpreises zurück, wenn bestimmte Bedingungen eingetreten sind.

Die Verspätung muss zum Beispiel mindestens 60 Minuten betragen oder ähnliches. In der Vergangenheit gab es hierfür ein Formular. Dieses wird gerne vom Team im Zug ausgegeben, wenn der Zug zu spät ist. Es ist so bürokratisch, wie ein Formular sein kann. Oder wie man es vielleicht auch von einem ehemaligen, staatlichen Unternehmen erwartet. Und so heißt es auch: das Fahrgastrechte Formular.

Screenshot von einem Fahrgastrechte-Formulars für den Zugverkehr bei Verspätungen oder Zugausfällen. Es enthält einen Einleitungstext, dass die Bedingungen zur Entschädigung aufführt. Außerdem gibt man dort den Streckenverlauf und die geplanten Abfahrts- und Ankunftszeiten an, sowie die tatsächlichen Zeiten. Die Felder zum Ausfüllen sind mit Kästchen für einzelne Buchstaben ausgestattet.
Screenshot von einem Fahrgastrechte-Formulars für den Zugverkehr bei Verspätungen oder Zugausfällen. Es enthält einen Einleitungstext, dass die Bedingungen zur Entschädigung aufführt. Außerdem gibt man dort den Streckenverlauf und die geplanten Abfahrts- und Ankunftszeiten an, sowie die tatsächlichen Zeiten. Die Felder zum Ausfüllen sind mit Kästchen für einzelne Buchstaben ausgestattet.

Das Fahrgastrechte Formular verlangt gerade von Gelegenheitsfahrern nochmal ein wenig Erinnerungsvermögen. Aber wer Glück hat und ein digitales Ticket hat, kann es sich leichter machen. Das folgende gilt übrigens auch für Kunden einer Bahncard 100.

Digitale Abgabe des Fahrgastrechte Formulars

Seit einiger Zeit ist es möglich, das Formular digital im DB Navigator auszufüllen oder online auszufüllen. Ich kenne es nur als Kunde für die Bahncard 100, aber es sollte sich für Einzeltickets genauso umsetzen lassen.

Vorgehen bei Einzeltickets

Damit das funktioniert, muss das Ticket digital in einem Account erworben worden sein – Tickets vom Fahrkartenautomaten können über diesen Weg nicht eingereicht werden. In der App muss man sich „Alle Buchungen“ anzeigen lassen. Dort sollte das Ticket aus der Vergangenheit mit der Verspätung auftauchen. Jetzt einfach auf „Fahrgastrechte“ und „Entschädigung beantragen“ klicken. Danach geht es weiter wie unten beschrieben.

Vorgehen bei Bahncard 100

Anders als bei Einzeltickets ist bei der Bahncard 100 keine Strecke vorhanden, die man gefahren ist. Deswegen verbirgt sich die Option an einer anderen Stelle. Im DB Navigator im Menü auf „BahnCard & BahnBonus“ klicken und dort unter „Bahncard 100“ auf „Entschädigung beantragen“.

Digitales Einreichen der Fahrgastrechte

Jetzt kommt ein über mehrere Abfragen gesteuerter Prozess. Benötigt werden relevante Kundendaten (wer ist betroffen, womit gefahren, wann verspätet usw). Am Ende kommt dann die Frage, ob man lieber einen Gutschein oder eine Überweisung haben möchte. Im Gegensatz zum Formular aus Papier ist der Prozess hier deutlich schlanker gehalten. Bekannte Daten werden übernommen und es werden auch weniger Fragen gestellt. Das vereinfacht die Abgabe vor allem auch für wenig Fahrende Personen.

Dauer der Bearbeitung des Fahrgastrechte Formulars

Als regelmäßiger Bahnfahrer kenne ich das Papierformular noch zu gut. Die Bearbeitungsdauer liegt je nach Aufkommen zwischen 2 Wochen bis 3 Monaten. Manchmal auch noch mit vielen Rückfragen. Ich habe die Beantragung im DB Navigator zum ersten Mal getestet und muss sagen: es funktioniert. Und zwar sehr schnell! Nicht mal 36 Stunden nach meiner Beantragung wurde bereits die Entschädigung überwiesen. Und am Tag darauf war auch schon der Brief mit der Bestätigung im Briefkasten. Das ist unglaublich schnell. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich war mehr als positiv überrascht.

Fazit zum digitalen Fahrgastrechte Formular

Die neue Abgabe ist deutlich leichter und unaufwändiger als die Papiervariante. Dazu scheint diese sehr schnell bearbeitet zu werden. Man kann jedem eigentlich nur noch empfehlen, es auf dem digitalen Weg zu machen, wenn es möglich ist.

Habt Ihr Erfahrungen mit dem Fahrgastrechte Formular und dem Bearbeitungsprozess? Schreibt sie gerne in die Kommentare. Vielleicht konntet Ihr auch schon den neuen, digitalen Prozess ausprobieren. Auch die Erfahrungen würden mich interessieren.