Je mehr Inhalte man in seinem Blog erstellt hat oder je mehr Blogs man als Netzwerk verwaltet, desto mehr kommt irgendwann die Frage auf: sollte ich ein Backup machen. Die Frage ist hoffentlich rehtorisch, denn die Antwort ist natürlich: JA. Wer zweifelt fühlt sich vielleicht mit etwas Musik und Witz dazu berufen (YouTube-Link), über die Backup-Einrichtung nachzudenken.

Backup-Ziele

Damit haben wir ein Teekesselchen und ich möchte sogar beide Bereiche ansprechen, weil ich sie für wichtig halte.

Was will ich im Backup berücksichtigen

Bei WordPress sollte man aus meiner Sicht mehr speichern, als nur die Datenbank. Die Datenbank ist natürlich wichtig, vor allem wenn es um die Seitenstruktur und die hinterlegten Texte geht. Auch Benutzer und die Verweise zu den Mediendateien sind in der Datenbank enthalten. Aber genau so wichtig sind auch die Bilder, Videos und Audios, die sich im eigenen WordPress-Space befinden. Diese sind im Fall der Fälle auch verloren. Beide Teile benötigt man, um in einem Verlustfall WordPress wiederherzustellen.

Fazit: Um ein vollständiges Backup zu haben benötigen wir ein Backup der Dateien und der Datenbank.

Das Backup speichern

Einige WordPress-Backups machen es einem leichit und speichern die Backups innerhalb der WordPress-Installation. Das ist schön, weil es das einfach macht, aber schlecht, wenn der Server wirklich weg ist. Dann ist ein Backup wie kein Backup. Also gehört das Backup auf einen anderen Server.

Fazit: Ein Backup gehört an einen Platz, der unabhängig vom Server ist.

Meine WordPress-Backup-Strategie

Wenn ich meine beiden Fazits also zusammen fasse, brauche ich ein Plugin, dass die Datenbank und die Dateien speichert und alles auf einen Speicher läft, der nicht bei mir liegt. Mein Setup sieht so aus, dass ich ein Plugin habe, dass die Backups erstellt. Diese Backup-Jobs werden über eine Aufgabensteuerung / Cronjob ausgelöst und speichern die Backups auf meinem FRITZ.NAS auf einer externen Festplatte bei mir zu Hause. Da das Backup irgendwohin muss, fangen wir da an um das Ziel bei der Plugineinrichtung direkt angeben zu können.

FRITZ.NAS einrichten

  1. Zuerst muss die Festplatte / der USB-Stick an der FRITZ!Box angeschlossen werden. Das kann je nach Gerät sehr unterschiedlich sein. Eine genaue Anleitung für alle Geräte bietet der Hersteller AVM selber an.
  2. Nach der Einrichtung ist dann der Punkt 4 der angegebenen Anleitung wichtig: die Nutzung des Speichers per FTP / SFTP. Der FTP-Server ist wichtig, damit das Backup auf der eigenen Platte gespeichert wird. Auch hier bietet AVM die beste Anleitung für die Einrichtung der FRITZ!Box via FTP/SFTP für alle Modelle an. Bitte notiert den Benutzernamen, das Passwort und den MyFRITZ!-Domainnamen. Wir brauchen es gleich im zweiten Teil.

WordPress Backup Plugin einrichten

Die folgende Pluginlösung ist Multi-Site / WordPress-Network-Kompatibel. Im WordPress-Network solle das Plugin auf der Netzwerkebene installiert werden. Wer mit den Begriffen nichts anfangen kann, installiert das Plugin einfach in seinem Account.

WordPress.org-Website von BackWPup
  1. Im Plugininstallationsbereich in WordPress nach dem Plugin „BackWPup“ suchen oder folgenden Link aufrufen, um es herunterzuladen und das Plugin installieren: https://de.wordpress.org/plugins/backwpup/
  2. Nach der Installation befindet sich das Plugin im Admin-Bereich links unter dem Namen „BackWPup“. Dann im Bereicht auf den Link „Aufträge“ klicken. Mit „Neuen Auftrag“ legt man einen neuen Job für ein Backup an.
  3. Tab Allgemein: Zuerst gibt man dem neuen Auftrag einen Namen. Zuerst sind die Jobs auszuwählen, die durchgeführt werden. Ich würde empfehlen, ein Datenbank-Backup, ein Dateien-Backup, das WordPress-XML und eine Liste der installierten Plugins ins Backup aufzunehmen. Den Archivnamen würde ich 1:1 übernehmen. Das Archiv-Format sollte auf jeden Fall mit einer Kompression sein. Wenn Du mit GZip umgehen kannst, nimm gerne das Format, ansonsten ist das ZIP-Format ein guter Anfang. Als Zielverzeichnis sollte „Backup zur FTP“ ausgewählt werden. Abschließend kann man seine Mailadresse für Fehler und Benachrichtigungen zum Backup angeben.
Allgemeine Auftragseinstellungen aus BackWPup im Screenshot dargestellt. Mit diesen Einstellugen sollten viele Backups gut funktionieren.
  1. Tab Planen: Im Planungstab wird angegeben, wann der Backupauftrag laufen soll. Für die meisten Fälle wird „WordPress Cron“ genau richtig sein. Da kann man dann jetzt im Auftrag angeben, wann der Job laufen soll. Meistens empfiehlt sich das Nachts zu tun und wenigstens wöchentlich. Es kommt am Ende immer darauf an, wieviel man im Blog mach und wieviel im schlimmsten Fall verloren gehen soll. Wenn man zum Beispiel Dienstags und Donnerstags einen Post schreibt, empfielht es sich am Freitag in der Früh das Backup zu machen.
Das Tab für die Planung des Auftrags beispielhaft ausgefüllt mit einem Backup für Freitag Morgens um 03:00 Uhr.
  1. Tab Datenbank-Backup: Wenn Du nicht sicher bist, wähle im Zweifel alle Tabellen aus. Am Seitenende kann man einen Namen und eine Kompression auswählen. Der Name ist frei wählbar. Ich würde aber in jedem Fall empfehlen, die Datenbank mit GZip zu komprimieren.
  2. Tab Dateien: Hier wird es nun sehr kleinteilig. Ich empfehle, im Zweifel immer mehr mit zu speichern, als weniger. Das bedeutet in dieser Ansicht: wenige Haken setzen! Die Checkboxen geben an, welche Ordner nicht gespeichert werden. Im Idealfall kann die Einstellung so bleiben, wie sie ist.
  3. Tab XML-Export: Hier würde ich ebenfalls den Standard übernehmen, also alle Objekte exportieren, den Dateinamen übernehmen und diese Datei kann komprimiert werden, muss aber nicht.
  4. Tab Plugins: Hier geht es nur um eine Liste der Plugins. Im Zweifel sollte man sie machen. Sie kostet kaum Platz, kann aber im Ernstfall helfen, die notwendigen Plugins zu installieren.
  5. Tab Ziel-FTP: Hier kann man jetzt die Daten von der FRITZ!Box von oben oder natürlich auich jeden anderen FTP-Server angeben. In den Backup-Einstellungen könnt ihr auch angeben, wie lange ein Backup aufbewahrt werden soll. Je nachdem reichen wahrscheinlich die letzten 10 Backups. Eine automatische Löschung ist gut, damit im Zweifel nicht die Festplatte voll läuft und ihr nichts davon merkt.
  6. Fertig. Ihr könnt nun zum Test den Job einmal ausführen lassen und schauen, ob das Backup auch auf der Festplatte ankommt. Wichtig: je nach größe der Installation kann das Backup etwas dauern. WpBACKup zeigt allerdings an, wenn der Job noch läuft. Man muss also erst misstrauisch werden, wenn das Backup nach Jobende nicht auf der Festplatte landet.

Vielleicht bist Du hier gelandet, obwohl Du schon eine funktionierende Backup-Lösung hast. Was hat Dich dann an diesem Artikel interessiert? Oder was fehlt vielleicht noch in der Erklärung, was gut wäre? Schreib es gerne in die Kommentare.