Ikea Tradfri – der kleine Praixtest

Schon seit über einem Jahr ist Ikea Tradfri auf den Markt. Damit verspricht der Möbelkonzern eine einfache Integration von einer Lichtsteuerung zu einem leistbaren Preis für zuhause. Aber kann das System halten, was es verspricht? Und ist es einfach zu verwenden? Oder muss man dafür einen IT-Führerschein machen?

Ehrlich gesagt war ist erstmal kürz überfordert, als ich vor dem Traffri-Regal stand: alleine die LED-Glühbirnen, die ich haben wollte, gibt es in verschiedenen Varianten und in unterschiedlicher Lichtstärke: weiß, versch. Weißtöne und bunt. Dazu z.T. in verschiedenen Lichtstärken. Was ist hier die beste Variante, zumal die Unterschiede im Preis auch zwischen knapp 13 Euro pro Birne bis hoch zu 25 Euro pro Birne gehen. Ich mag es bunt, also entschied ich mich für eine bunte Birne, eine weiße Birne und dazu eine Fernbedienung, denn mindestens ein Steuerelement benötigt man, damit man die Lampen auch steuern kann. Dazu holte ich mir auch das Tradfri-Gateway. Damit kann man die Lampen dann auch via Google Home, Alexa und Tradfri-App steuern.

Erstes Auspacken zuhause

Wie immer ist alles gut verpackt. Als erstes habe ich eine der Birnen in die normale Glühbirnenfassung meiner Lampe eingeschraubt. Strom an und tadaaa, sie leuchtet schon mal. Ganz normal, wie man es von einer LED-Lampe auch erwarten würde. Jetzt muss es mit der Fernbedienung gekoppelt werden. Dafür muss man bei dieser den Deckel aufmachen und den Connect-Button drücken und die Fernbedienung ganz nah an die Lampe halten. Nach einiger Zeit blinkt die Lampe und ist mit der Fernbedienung gekoppelt. Das kann man pro Fernbedienung mit 10 Lampen machen. Allerdings reagieren dann auch alle Lampen mit der Fernbedienung gleichzeitig. Wer also mehr in der Steuerung variieren möchte, benzötigt dafür auch noch mehr Steuerelemente.

Ikea Tradfri LED-Lampe und Fernbedienung
Ikea Tradfri LED-Lampe und Fernbedienung

Die Steuerelemente, das können Fernbedinungen, Bewegungssensoren, oder auch Dimmer sein. Diese drei Geräte haben auch die Kopplungsfunktion, mit der man die Lampen später zur App verbinden kann.

Das Tradfri Gateway

So, Lampe leuchtet und ist gekoppelt, machen wir uns doch nun an die App und das Gateway. Während das Smartphone die App runterlädt mache ich mich ans Anschließen. Die erste Überraschung für mich beim Gateway ist, dass es per LAN-Kabel an den Router angeschlossen werden muss. Dafür, dass das Gerät per Funk die Lampen steuert, ist der Zwang es per Kabel ins Netzwerk zu holen schon überraschend. Aber kein Problem, das Netzwerkkabel ist dabei und wird mit dem Gateway und dem Router verbunden. Dann kommt der Strom ran und schon leuchten auch die ersten Lampen. In der Zwischenzeitist die App auch heruntergeladen und fordert zum Einrichten des Gateways auf. Das kann fast einfach gehen, in dem man den QR-Code unter dem Gateway mit der App fotografiert. Dadurch finden App und Gateway zusammen. Bei mir brauchte es mehrere Anläufe, weil das Gateway wohl Netzwerkprobleme hatte. Schlußendlich klappte es aber mit etwas Geduld.

So, das Gateway hat also Internet, die erste Lampe leuchtet, jetzt mag ich es steuern. Das geht dann wirklich einfach. In der App teilt man mit, dass man gerne ein Gerät hinzufügen möchte. Danach soll man das Steuergerät auswählen, bei mir ist es also die Fernbedienung, mit der ich jetzt koppeln werde. Dann geht die App in den Suchmodus. Jetzt wird wieder mehrere Sekunden lang der Kopplungsknopf gedrückt, bis sie aufhört zu leuchten. In der App zeigt sich schon, dass die Lampe gefunden wurde. Sie erhält die Produktbeschreibung von Ikea als Namen, den man danach selber ändern kann. Das war schon die Einrichtung in der Tradfri-App. Außer man möchte Alexa oder Google mit steuern lassen. Dann gibt es noch einen Handgriff zu erledigten.

Alexa und Google Home mit Tradfri verbinden

Dafür muss man in der Tradfri-App bleiben und auf den Punkt Einstellungen -> Integrationen gehen. Dort findet man dann die Option, welches Gerät man hinzufügen möchte. Dann muss man sich beim jeweiligen Anbieter anmelden und die Freigaben erteilen, dass diese die Geräte steuern dürfen. Das war es dann aber wirklich in der Tradfri-App. Die nächsten Schritte zur Integration finden dann in den Apps von Google und Alexa statt. Dort kann man die Lampene, die den Namen aus der App von Ikea tragen auch nochmal mit anderen Namen versehen und Räumen zuweisen. So kann man die Lampen hinterher per Raum- oder Lampennamen steuern.

Wie läuft es im Alltag

Grundsätzlich funktioniert das Zusammenspiel mit allen Geräten sehr gut. Anstrengend ist allerdings die Tatsache, dass bei der Sprachsteuerung echt viel gesagt werden muss. Ein paar Beispiele:

  • Ändere die Farbe der Lampe Couch auf grün
  • Helligkeit der Lampe Stehlampe auf 50%
  • Schalte alle Lampen im Wohnzimmer aus

Das wirkt jetzt nörgelich, aber manchmal nervt die Sprachsteuerung auch. Deswegen ist es gut, dass die anderen Steuerelemente von Ikea existieren, dass man die App hat oder auch, dass man zum Beispiel mit der Google Home App die Steuerung auch ohne Sprachbefehl steuern kann.

Zusätzliche Funktionen

Mit dem Einbau des Gateways gibt es auch die Möglichkeit, die Lampen ganz anders zu steuern, nämlich automatisiert. Wer zum Beispiel gerne entspannt mit langsam heller werdenden Licht geweckt werden möchte, kann in der Tradfri-App zeitgesteuerte Szenarien hinterlegen, wie den “Sonnenaufgang”. Hier definiert man eine Zeit, bei der die Lampe 100% Helligkeit erreicht haben soll. Das Gateway fängt dann eine halbe Stunde vorher an, die Lampe immer wieder etwas heller zu machen, so dass man langsam geweckt wird. Natürlich sind auch einfache Steuerungen möglich, als das Ein- oder Ausschalten aller oder bestimmter Lampen zu bestimmten Uhrzeiten. Das ganze funktioniert auch zuverlässig – so lange man den Strom der Lampen nicht ausschaltet ;)

Ist das System für Laien geeignet?

Es wird sich viel Mühe gegeben, alles zu erklären. Grundsätzlich ist es technisch nicht schwierig, das System einzurichten. Es ist alles in der Anleitung beschrieben und bei der Einrichtung von den komplexeren Geräten, wie dem Gateway hilt die App dabei, dass man es schnell und einfach einrichten kann. Allerdings sollte man schon mal Netzwerkkabel angeschlossen haben. Die Knnfiguration des Gateways ist tatsächlich etwas komplexer. Wer sich das nicht zutraut, sollte im Freundeskreis sicher jemanden haben, der kurz 5 Minuten hilft. Mehr ist es wirklich nicht. Ist einmal alles eingerichtet, lässt es sich meiner Meinung nach ganz einfach bedienen.

Habt ihr das System auch? Wie ist euer Gefühl? War das Einrichten besonders schwer oder ging es? Würdet ihr es euch nochmal anschaffen oder ist ein System von anderen Anbietern besser? Und wenn ja, warum?