Audacity Version 2.1.3

Auch wenn ich inzwischen für meine Podcastproduktionen Audacity deutlich weniger einsetze, hat die Version 2.1.3 nun Features bekommen, die ich als Radiomacher von der teuren Software gewohnt bin und mag. Deswegen widme ich gerne der Version wieder einen eigenen Post. Außerdem: Endlich gibt es keine Probleme mehr mit der Audioengine von Windows10 und Audacity! Yeah!

Nun ist der Tonkopf fest

Ein Beispiel für den fixierten Tonkopf. An der Spurübersicht oben links ist auch der Pin gedrückt als Zeichen der Fixierung.
Ein Beispiel für den fixierten Tonkopf. An der Spurübersicht oben links ist auch der Pin gedrückt als Zeichen der Fixierung.

Von den professionellen Lösungen am Markt, wie zum Beispiel EasyTrack, SingleTrack usw kennt man es im Einzelschnittmodus so, dass der Tonkopf, also die Abspielposition fix an einer Stelle steht und die Audiokurven am Tonkopf vorbei ziehen. Mir hatte man mal damals erzhählt, dass man es damit vor allem den „alten“ Radiohasen einfacher machen wollte, weil es so einer Bandmaschine nachempfunden wurde.

Wenn man aber Wort für Wort schneidet, „Ähs“ entfernen möchte und auch Sprechpausen bearbeiten möchte, ist eine fixe Abspielposition Gold wert. Und somit war es wohl auch sicher einer der größten Wünsche, die an Audacity herangetragen wurden. Das zumindest legt auch das Changlog nahe:

We have implemented the long-standing and popular feature request of a fixed and centered play/record head (called the „pinned head“). When the pinned head is selected the waveform scrolls continuously past the fixed head while you are playing or recording.

Die Funktion heißt in der englischen Version von Audacity als „pinned head“ dürfte damit vor allem die Radiokollegen, die die oben beschriebene Funktion aus den teuren Programmen kennen auch bei der Produktion zuhause freuen, wenn man mal etwas machen muss.

Scrubbing besser implementiert

Ein Beispiel für's Scrubbing. Das Ziehen im Feld über der Audiospur mit der Maus sorgt für ein schnelleres Abspielen, je weiter weg man vom Tonkopf ist, desto schneller geht es.
Ein Beispiel für’s Scrubbing. Das Ziehen im Feld über der Audiospur mit der Maus sorgt für ein schnelleres Abspielen, je weiter weg man vom Tonkopf ist, desto schneller geht es.

Das Scrubbing ist nun auch besser eingebaut: unter View -> Toolbars kann man es nun aktivieren und hat damit dauerhaft die Scrubleiste unter dem Audio. Damit lässt sich dann beliebig die Audiodatei hin- und herspielen. Auch das kennt man noch aus dem Bandmaschinenzeitalter, wo  man den Tonkopf dauerhaft ans Band anlegte und durch drehen des Bandes die Schnittstelle besser heraushören konnte. Auch bei der digitalen Bearbeitung kann es manchmal helfen, vor allem bei Atmern und kleinen Silben, die nicht sonderlich gut sichtbar sind.

Timerecording – die zeitgesteuerte Aufnahme

Ein Feature für alle, die mit der Zeit gehen: Man kann in Audacity nun auch einen Start- und einen Endzeitpunkt für eine Aufnahme eintragen. Zum Aufzeichnen von Streams ist das sicher eher nicht gedacht, weil es dafür bessere Programme gibt, sondern wirklich eher für den Fall, dass man ein Konzert mitschneiden möchte, wo das Notebook direkt am Mixer steht oder ähnliches. Ein einfaches Feature, welches sicher auch seine Fans finden wird.

Windows 10 hat keine Audioprobleme mehr

In der Vergangenheit konnte es sein, dass es mit Audacity unter Windows 10 Probleme mit Audacity gibt. Diese Probleme sollen nun behoben sein und Audacity immer funktionieren. Wieder ein wichtiger Schritt, damit Audacity einfach benutzbar bleibt.Im Detail gab es noch kleinere Nachbearbeitungen in den Effekten und wie immer die Entfernung von Bugs, aber alleine die Features oben sollten viele dazu bewegen, Audacity auf die aktuelle Version upzudaten, sofern sie es noch benutzen.

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