Euronightline – wenn einer eine Reise tut

Es gibt viele Möglichkeiten zum Ziel zu kommen. Das Flugzeug, Auto und die Bahn sind nichts ungewöhnliches. Eine neue, interessante Kombination habe ich dann letztens einmal ausprobiert: der Euronightline. Das ist das Fahren mit dem Zug über Nacht zum Zielort. Und so unterschiedliche die Routen waren, so unterschiedlich verhielt sich auch die Reise.

Mit dem Euronightline von Köln (Düsseldorf) nach Wien

Dieser Zug wird von der ÖBB organisiert. Wir haben uns für die günstigste Variante entschieden aus dem Hintergrund heraus, dass man selbst im ICE ganz gut schlafen kann. Es gab also den Sitzwagen. Bei diesem Typ von Zug ist ein Sitzwagen dann bestehen aus einem Abteil mit 6 Sitzen. Da der Zug reservierungspflichtig ist, werden die Plätze auch einigermaßen ausgewogen verteilt. In unserem Fall saßen wir zu Viert in einem 6er-Abteil – jeweils zwei am Fenster und zwei an der Tür, also mit einem Sitz Abstand zueinander, was viel Beinfreiheit bot.

Komfort und Leistungsmerkmale im Sitzwagen

Die Sitze waren gut gepolstert. Außerdem konnte man sie verstellen und so etwas länglicher positionieren und die Kopfstütze runterstellen. Jeder Gast hat über seinem Kopf eine kleine Leselampe, mit der man noch etwas Licht zum Lesen hat, ohne die anderen zu stören. Außerdem sind zwei Steckdosen im Abteil vorhanden, um Handys, Notebooks oder was auch immer man noch dabei hat, anzuschließen. Was ich hier einzig vermisste war ein Vorhang, um die Fensterscheibe zu verdunkeln. Denn wenn man Nachts durch die Bahnhöfe fährt, kommt schon einiges an Licht rein. Mich hat es allerdings auch nicht weiter gestört.

Blick von oben in das Abteil zwischen Köln und Wien
Blick von oben in das Abteil zwischen Köln und Wien

Die Reise dauerte ein wenig: los ging es ca. 21:20 Uhr in Köln und die Ankunft in Wien war gegen 08:40 Uhr. Da man allerdings den Großteil der Reise wirklich schläft, wird diese lange Reisedauer nicht als so lange wahrgenommen. Die Fahrt verlief relativ ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Das Ticket wird nur einmal kurz nach der Abfahrt geprüft. Den Rest der Nacht blieben wir unbehelligt.

Mit dem Euronightline von Wien nach Berlin

Nach den guten Erfahrungen nach Wien ging es nun weiter von Wien nach Berlin. Wir hatten Glück und auf diesem Teil der Reise das komplette Abteil für uns alleine. Der Wagen kam wohl schon aus Ungarn und wurde dort entsprechend von der Bahn zur Verfügung gestellt. Trotz des Mehr an Platzes, gab es insgesamt etwas weniger Komfort als bei der Hinfahrt:
die Sitze waren nicht verstellbar, Steckdosen gab es nicht, ein Leselicht war nicht vorhanden. Dafür gab es immerhin einen Vorhang.

Die Fahrt war deutlich unruhiger

Die Waggons, in denen wir saßen, waren jeweils Teil von anderen Kursen. Das bedeutet, dass mehrmals in der Nacht Waggons an- oder abgekoppelt wurden oder wir selbst auch an- oder abgekoppelt wurden. Bei jeder An- oder Abkopplung gibt es entsprechend etwas mehr krach: Druckluft entweicht, Waggons werden angeschoben, beim Zusammenprall gibt es kleine Stöße, die einen durchaus wach machen können. Beim ersten Bahnhof in Tschechien kamen außerdem Polizisten oder Grenzschützer dazu, die von allen Reisenden dann natürlich erstmal die Ausweise kontrollieren wollten. Die Anwesenheit dieser Beamten wirkte wenig freundlich, es kann aber auch der Nachtsituation geschuldet sein. Anschließend liefen die Nacht über immer wieder Beamte vom Grenzschutz regelmäßig über den Flur, nach dem es einen Zwischenhalt gab. Außerdem fand gefühlt nach jedem Umkoppeln des Zuges ein Personalwechsel statt. Das bedeutet, dass der Schaffner wieder die Tickets sehen wollte.

Abteil verschließen ist sinnvoll

Instinktiv hatten wir unser Abteil bei der Abfahrt über eine Sperre verschlossen. Wir mussten es zwar dann bei jeder Kontrolle wieder öffnen, konnten aber so ruhig schlafen, weil man sich einigermaßen sicher fühlte, dass das Gepäck nicht abhanden kommt. Bei der Einreise nach Deutschland war der erste Bahnhof Dresden. Hier stieg dann der Bundesgrenzschutz hinzu, dessen Kontrollen deutlich angenehmer abliefen, als die der Tschechischen Kollegen. Gegen halb 10 erreichten wir dann nach knapp 10,5 Stunden Fahrt Berlin.

Euronightline Fazit

Prüfe, wohin du wie fährst. Die Hinfahrt verlief sehr ruhig und in einem durch und war sehr angenehm. Die Rückfahrt durch Tschechien entsprechend des Berichtes unruhiger. Ich würde mich in Zukunft nochmal informieren, wieviel ein Zug unter Umständen umstrukturiert wird, während er fährt. Davon würde ich abhängig machen, ob ich einem Euronightline eine Chance geben würde. Zumindest die Strecke Düsseldorf <-> Wien kann ich empfehlen.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit den Nachtzügen gemacht? Wie sehen diese aus? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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