Eine VodafoneNFC-Sim-Karte ist notwendig für das kontaktlose Bezahlen mit Vodafone-Wallet

Bezahlen mit dem Smartphone und Wallet, dem digitalen Geldbeutel

Eine VodafoneNFC-Sim-Karte ist notwendig für das kontaktlose Bezahlen mit Vodafone-Wallet

Ich bin ein großer Skeptiker. Ein großer Skeptiker davon, was das mobile oder elektronische bezahlen von Dingen angeht. Das Gefühl ist eben da, dass man keine Kontrolle mehr darüber hat, wie viel Geld man eigentlich ausgegeben hat. Dazu natürlich immer die große Frage: wer weiß dann in Zukunft immer über meine Einkäufe Bescheid? Aber am Anfang steht die Lust des Ausprobierens.

Was sind die Vorteile des kontaktlosen Bezahlens?

Es geht sehr schnell, man muss kein Geld kramen und bei Beträgen unter 25 € muss auch keine PIN oder Unterschrift eingegeben werden. Es ist also ideal, um Brötchen zu holen oder eine Zeitung zu kaufen. Aber auch für den kleinen Supermarkteinkauf bis 10 €, wo die Kunden genervt hinter einem stehen, weil man mit der EC-Karte einen so kleinen Betrag bezahlt.

Wie macht man sein Smartphone fit für das mobile bezahlen?

Die NFC-Bezahlfunktion erkennt man am Symbol unten links auf der Sim-Karte und auf der Sim-Karte selbst

Die NFC-Bezahlfunktion erkennt man am Symbol unten links auf der Sim-Karte und auf der Sim-Karte selbst

Zuerst braucht man ein NFC_fähiges Smartphone mit Android. Das iPhone wird nach aktuellem Stand noch nicht in der Form unterstützt. Für dieses Smartphone muss man sich dann bei seinem Mobilfunkprovider eine NFC-fähige Sim-Karte besorgen. Ich bekam sie kostenlos, weil ich schon so lange Kunde bin, ich kann mir aber vorstellen, dass mit etwas Freundlichkeit man sicher mit den Angestellten reden kann. Immerhin bindet man sich damit ja noch etwas mehr an den Mobilfunkprovider.

Dann lädt man sich die entsprechende Wallet-App seines Mobilfunkproviders runter. Dieser richtet die Sim-Karte und ein entsprechendes Konto bei einem Zahlungsanbieter ein. Man erhält quasi eine neue Kreditkarte, allerdings rein virtuell, nämlich auf dem Smartphone. Genaues ist den jeweiligen Vertragsbedinungen der Anbieter zu entnehmen. Bei mir und mit Vodafone dauerte das ganze nicht länger als 10 Minuten inkl. Freischaltung zum direkten Einkauf.

Die Aufladung der Karte geschieht entweder mit einer Verknüpfung zu einer bestehenden Kreditkarte, durch Banküberweisung oder per Lastschrift. Wobei die ersten beiden Varianten dann als PrePaid-Kreditkarte geführt werden. Zumindest bei mir ist das so. Die Freischaltung der Lastschrift erfolgt sofort, wenn das Konto verwendet wird, mit dem man bereits seine Mobilfunkrechnung begleicht.

Let’s go shopping

Beispiel für einen Beleg. Die Smartphonebezahlung wird als VISA-Bezahlung gekennzeichnet.

Beispiel für einen Beleg. Die Smartphonebezahlung wird als VISA-Bezahlung gekennzeichnet.

Also los geht es. Auf die Idee gekommen, mir es wieder anzusehen, wurde ich durch Lidl, weil dort an den Kassen überall das Symbol zu sehen ist. Also wollte ich es auch hier als erstes ausprobieren: Eingekauft und an der Kasse gesagt, dass ich mit dem Handy zahlen möchte. Der Kassierer war etwas überrascht, drückte die Taste dafür und ich hielt einfach mein Smartphone an das EC-Kartenlesegerät. Ich hielt es noch nicht ganz dran, da piepte es schon und ich sollte das Handy weg nehmen. Ok, es stand „Karte entfernen“ im Display des Kartenlesegerätes. Aber auch auf dem Handy stand der Betrag und das es bezahlt ist. Fertig. Quittung nehmen und gehen. Ich war überrascht, dass es so einfach geht und der Kassierer auch. Prima. Feuertaufe bestanden. In der Transaktionsliste in der App konnte ich nun direkt sehen, dass der Betrag bezahlt wurde und an wen.

Zweiter Versuch

Samstag Abend, Umstieg am Kölner Hauptbahnhof. Es fehlten noch Getränke. Gut, dass der REWE To Go auf hat. Also nichts wie hin und zwei Flaschen aus dem Regal gegriffen und ab zur Kasse. Die Kassiererin schaute verdutzt, als ich sagte, dass ich mit dem Smartphone zahlen möchte, schaltete aber das Terminal frei mit der Bemerkung: „Ich glaube, das können wir noch nicht“. Ich hielt das Handy dran und schon kam die Meldung „bezahlt“. Ungläubige Blicke gab es da nicht nur von der Kassiererin, sondern auch den Kunden drumherum. Die Kassiererin will das jetzt auch haben ;-)

Alternative zum Smartphone

Der „Klassiker“ dazu ist die Kreditkarte mit Wirelessfunktion. Diese verhält sich ähnlich, wie das Smartphone. Der Unterschied ist allerdings, dass sie einem nicht direkt die Verläufe anzeigt. Die andere Variante ist ein NFC-Chip, den man bekommen kann. Dieser macht nichts anderes, als die Kreditkarte, ist aber entsprechend genau so wenig online. Der Chip lässt sich auf das Smartphone kleben, aber theoretisch auch an einen Key auf dem Schlüsselbund und ähnliches (auch wenn das nicht empfohlen wird). Bezahlen kann man damit auf jeden Fall, hat aber meinem Gefühl nach nicht den sofortigen Luxus, zu sehen, das man gerade eine Bezahlung getätigt hat. Das macht es weniger komfortabel.

Und die Sicherheit? Und der Datenschutz?

Das größte Sicherheitsargument ist, dass es nur funktioniert, wenn der Chip sehr nah am Terminal ist. So soll verhindert werden, dass man versehentlich das Handy davor hält. Das eigentliche Problem sehe ich aber darin, dass man in der Regel immer gut sieht, wo sich das Handy gerade befindet, wenn man es in den Hosentaschen nicht gerade mit einer Zigarettenpackung verwechselt. Wenn man es also schaffen würde, nah genug mit einem Lesegerät kurz vorbeizugehen, könnte ich mir vorstellen, dass das irgendwann mal zum Sicherheitsrisiko wird. Allerdings kann ich in meiner App die Bezahlfunktion abschalten. Im Zweifel muss sich also diesen Handgriff doch noch gönnen, wenn man ganz sicher sein möchte. Auch die Apps lassen sich mit einer PIN sperren, so dass die dortigen Angaben auch nicht direkt einsehbar sind.

Die Sache mit dem Datenschutz sehe ich skeptisch. Es wird in den Datenschutzregeln mitgeteilt, dass nur die benötigten Daten zur Zahlungsabwicklung ausgetauscht werden und die Kommunikation zwischen Benutzer und Unternehmen gespeichert wird, aber am Ende sind die Bezahldaten bzw. die Nutzungsdaten natürlich sehr interessant für ein Unternehmen. Wer einen solc

hen Dienst nutzt, sollte sich also immer im klaren darüber sein, dass einen solchen Bezahlvorgang in Zukunft neben dem Händler und der eigenen Bank auch der Mobilfunk-Provider, der Dienstleister zwischen Mobilfunkprovider und Visa/Mastercard und eben Visa oder Mastercard selbst von dem Einkauf erfahren. Die Kette der beteiligten Unternehmen ist damit schon etwas länger und damit das Risiko, dass irgendwo mal etwas schief geht, umso größer. Ich gehe nicht davon aus, dass etwas schief geht, aber man sollte sowas immer im Hinterkopf haben. Oder was denkt ihr?

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Fachinformatiker, Medienliebhaber und - konsument, Rheinländer, kleiner Radiomacher, Schreiber dieses Blogs

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