[Audacity] Batchmodus / Stapelverarbeitung

Wenn man viele Audiodateien hat, denen das gleiche angetan werden soll, ist man glücklich, wenn man mit einer kleinen Hilfe die Arbeit abgeben kann. Denn jedes Mal die Datei zu öffnen, dann mit einem Filter nachbearbeiten zu lassen, und dann wieder zu exportieren kann sehr ermüdend sein und so auch schnell dazu führen, dass sich Fehler einschleichen. Um solche sturen Jobs zu vereinheitlichen, hat Audacity die Funktion der Stapelverarbeitung.

Eine Stapelverarbeitung richtet man über Datei -> „Stapelverarbeitung einrichten“ ein. Es können dann verschiedene Jobs erstellt werden, die man dann hinterher auf unterschiedliche Dateien anwenden kann. Mit hinzufügen kann man einer solchen Stapelverarbeitung einen am besten ansprechenden und gut bezeichnenden Namen geben. Zum Beispiel würde ich meine Dateien normalisieren wollen und anschließend als MP3 exportieren wollen. Also nehme ich als Namen „Normalisieren und Konvertieren“.

Die eigentlichen Effekte hinzufügen

Mit dem Beginn der neuen Anwendungsregel hat Audacity schon mal das Ende in der Verarbeitungsliste hinzugefügt. Jetzt geht es darum, unsere gewünschten Effekte hinzuzufügen. Wichtig ist, dass die Regeln der Reihe nach abgearbeitet werden. Es macht also keinen Sinn, etwas direkt zu exportieren, wenn man danach nochmal etwas normalisiert. So wird man die Datei am Ende nicht normalisiert exportiert haben.Audacity_Stapelverarbeitung_konfigurieren Die Effekte sollten also immer zuerst vor dem Exportieren stehen. Deswegen füge ich die Effekte auch immer chronologisch der Reihe nach ein, dann vergisst man auch keinen. Unter der Stapelverarbeitungsliste klickt man also auf den „Einfügen“-Knopf und klickt den gewünschten Effekt an. In meinem Beispiel also den Effekt „Normalize“. In der oberen Parameterleiste kann man nun noch die Parameter des Effektes anpassen. Mit „Ok“ wird der Effekt der Liste hinzugefügt. So kann man das dann nun für beliebig viele Effekte machen. Je mehr Effekte man natürlich in der Liste hat, desto länger dauert hinterher natürlich auch die Verarbeitung der Dateien. Am Ende aller Effekte muss das Ergebnis immer gespeichert werden, sonst hat der Computer umsonst gerechnet. Zur Verfügung stehen WAV und OGG und wenn die Librarys installiert wurden auch AAC und MP3. Wenn nun die komplette Liste (Stapelverarbeitung) fertig ist, einfach „Ok“ drücken. Damit ist der automatische Bearbeitungsschritt dann auch abgeschlossen.

Anwenden eines Jobs

Jetzt soll sich aber die Konfigurationsarbeit auch gelohnt haben. Wir lassen den Job also einmal laufen. Das geschieht über „Datei“ -> „Stapelverarbeitung anwenden“. Hier sehen wir auch die bei mir als Beispiel angelegte „Normalisieren und Konvertieren“-Abfolge. Jetzt hat man die Wahl, ob man Einzeldateien konvertieren möchte oder das ganze, offene Projekt. Audacity_Stapelverarbeitung_anwenden23Bei dem ganzen, offenen Projekt werden alle Spuren zusammen in eine Spur gemixt und dann die Effekte angewendet. Das kann also zum Beispiel gut als letzter Abschluss eines Masterings stehen. Wenn man dann zum Beispiel eine Stapelverarbeitung mit mehreren Exporten hat, kann man es direkt als verlustfreies WAV speichern und zusätzlich als stark komprimiertes OGG.  Auch bei den Einzeldateien ist das natürlich möglich, hier wird aber nur jede Datei für sich behandelt und einzeln konvertiert. Am Ende landet das Ergebnis im jeweiligen Ordner im Unterordner „cleaned“. Die Originaldateien werden also nicht verändert oder gelöscht, so dass alles im Originalzustand erhalten bleibt.

Anwendungsbeispiele

Grundsätzlich ist es praktisch für jede Art immer wiederkehrender Audiooptimierung. Aber auch, wenn man am Ende einer Produktion eine Datei in verschiedenen Formen braucht. Denn natürlich lässt sich eine Datei am Ende nicht nur einmal exportieren, sondern auch mehrmals in verschiedenen Variationen. Wenn man also eine mobile Version und eine Version für stationäre Geräte benötigt, lassen sich beide direkt in einem Verarbeitungsschritt exportieren. Es ist vor allem eine Arbeitserleichterung. Oder auch, wenn man am Ende einer Produktion immer die gleichen Endproduktionsschritte machen muss. So kann man auch sicherstellen, dass man nicht mal einen Schritt vergisst oder mit anderen Parametern ausführt. Ein Feature für jeden Audacity-Heavy-User :-)

PS: Ja, ich nutze die deutsche Version. Nur, falls sich jemand über das schöne Wort „Stapelverarbeitung“ wundert ;-)

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Fachinformatiker, Medienliebhaber und - konsument, Rheinländer, kleiner Radiomacher, Schreiber dieses Blogs

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