Für mich ist ausgeswarmt – Swarm und Foursquare

Vor langer Zeit nutzte ich mal viel die App Foursquare. Das Prinzip war einfach: man ist an einem Ort und checkt dort ein. Zum Beispiel in einem Café. Alle Freund konnten sehen, dass man da eingecheckt ist und evtl. spontan auch dazu kommen, es kommentieren und die eigenen Check-Ins an diesem Ort wurden hochgezählt. Wenn man oft an einem Ort war, hatte man die Chance, „major“ also Bürgermeister zu werden. Man war also von allen mitspielenderen Foursquarern derjenige, der in den letzten 30 Tagen am häufigsten an dem Ort war.

Wenn ein Ort in der Nähe zu einer bestimmten Zeit besonders viele Check-Ins hatte, dann wurde einem dieser Ort auch empfohlen. Dazu bekam man zu jedem Ort auch Tipps, was man da machen konnte und vor allem in Amerika gaben die Restaurants und Cafés dem Major eines Ortes Vergünstigungen oder ein Getränk gratis. Soweit war es bis dahin eine ganz nette Spielerei. Dann ist es Mitte 2014. Und Foursquare möchte die Check-In-Funktionalität gerne von der Gaststättenfunktionalität mit Tipps und Tricks entkoppeln. So wird die ganze, spielerische Art von Foursquare in eine neue App „Swarm“ gepackt.

Die App konnte zu Anfang nichts anderes, als Check-Ins zu machen. Dafür wurden die Tipps an Foursquare ausgelagert. Da war ich nicht der Einzige, dem das nicht so gefiel. Ich hörte also relativ schnell auf, mich weiter einzuchecken. Mit der der Umgliederung ging der Spielspaß einfach verloren. Vor drei Wochen gab ich dann der App nochmal eine Chance:

Relativ allein bei Swarm

Inzwischen hat sich einiges am Design geändert. Auch das spielerische an den Check-Ins wurde wieder mehr hervorgehoben: es gibt Punkte für jeden Check-In mit Trophäen und kleinen Gimmicks. Die ersammelten Punkte werden in einer Highscore dargestellt, wo man sich mit Freunden vergleichen kann. Apropos Freunde vergleichen: Es ist nicht so, dass da schon immer viele Menschen gewesen wären, die ich kenne, aber die Liste der aktiven Freunde hat sich auf zwei zurückgeschrumpft. Es hat also offensichtlich wirklich viele gegeben, die an der App keine Freude mehr haben.

Ich möchte aber auch etwas positives zu Swarm sagen: die Tipps sind wieder da. Wenn man also in einer Location ist, die etwas Besonderes ausmacht, dann erhält man das als Tipp beim Check-In. Ansonsten gibt es einen Verweis auf Foursquare als der „Location-Stadtführer“. Von meinem Gefühl her spielt dieser aber zumindest in Europa keine Rolle. Da sind yelp und Google definitiv populärer.

Ich habe die App inzwischen wieder gelöscht und lasse meine beiden Kontakte, die dort noch aktiv sind, wieder allein. Man hat es nach dem Vorbild von Facebook und dem Messenger getrennt, aber meiner Ansicht nach ohne erfolgreiches Konzept. Das magische war das Zusammenspiel und das ist nun leider nicht mehr vorhanden.

Veröffentlicht von

Fachinformatiker, Medienliebhaber und - konsument, Rheinländer, kleiner Radiomacher, Schreiber dieses Blogs

, am

Schreibe einen Kommentar