[Test] Blendle – bezahlen, was man liest

Eine Sache, die ich mir schon lange gewünscht habe, wird jetzt wirklichkeit: nur bezahlen, was man liest und zwar bei der Zeitung. Gerne war es auch mal so, dass der Einzelabruf eines Artikels auf einmal zwei Euro kosten sollte, die ganze Zeitung selbst gerade mal 2,80 € und das Verhältnis so nicht stimmte. Das soll nun ein Ende haben, mit Blendle.

Das Prinzip ist einfach: die Artikel von Zeitungen und Zeitschriften sind einzeln anklickbar und wenn man sie lesen will, werden sie einfach aus einem virtuellen Geldbeutel bezahlt. Dabei ist der Preis meistens eher im kleinen Cent-Bereich. Der Preis richtet sich nach meinen Erfahrungen nach der Länge des Artikels und aus welcher Quelle er ist. Ein langes Dossier in der Zeit über drei Seiten kostet zum Beispiel 0,89 €, ein „normaler“ Artikel in der Welt 0,15 €. Der Clou: laut Blendle ist es so, dass man niemals mehr für die Einzelartikel zahlt, als die Ausgabe insgesamt gekostet hätte. Wenn man also für 6 € Euro Einzelartikel in „der Zeit“ kauft, dann werden einem nur die 3,99 € berechnet, die Blendle für die gesamte Ausgabe berechnet hätte. Man geht also kein Risiko zwischen Einzelkauf und Ausgabenkauf ein, da der Einzeleinkauf im Preis auf den Ausgabenkauf begrenzt ist. Damit ist der Finger beim Lesen noch etwas lockerer.
Wer bereits ein Abo von einer Zeitung hat, kann dieses auch hinterlegen, so dass er in Blendle seine abonnierte Ausgabe lesen kann ohne dafür etwas extra bezahlen zu müssen.

Das Handling

Aber zurück zur eigentlichen Nutzung: Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf seine Artikel zu stoßen. Am Anfang gibt man an, welche Rubriken einen am meisten interessieren. Daraus erstellt Blendle dann Tagesempfehlungen mit Artikeln, die einen interessieren könnten. Diese stehen mit der Überschrift und den ersten Zeilen im Anriss in der Übersicht. So kann man den Artikel anlesen und schauen, ob einem der Artikel zusagt. Wenn das der Fall ist, klickt man einfach auf den Artikel und erhält ihn dann in der  ganzen Länge zur Ansicht. Der Betrag wird einem dann einfach vom Guthaben abgezogen. Stellt man dann fest, dass einem der Artikel nicht gefallen hat, kann man diesen „zurück geben“ und erhält dann nach Prüfung sein Geld zurück. Es ist also ein Kauf mit „Gefallen“-Garantie.

PayPal, Kreitkarte oder Sofortüberweisung

Blendle funktioniert im PrePaid-Verfahren, das heißt, man lädt seine virtuelle Geldbörse bei Blendle auf und kann dann das Guthaben „verlesen“. Als Zahlungsmöglichkeiten gibt es PayPal, Sofortüberweisung oder eben die Bezahlung per Kreditkarte. Das ganze geschieht schnell und unkompliziert. Auf Wunsch kann man auch ein automatisches Wiederaufladen des Guthabens einrichten, so dass man immer genug Guthaben in seinem virtuellen Portmonnaie hat.

Die Auswahl

Es ist doch schon überraschend, wie viele Zeitungen und Zeitschriften schon mitmachen. Das macht das Angebot durchaus attraktiv. Von Monatsmagazinen und Fachzeitschriften zu Wochenzeitungen und Tageszeitungen ist das Angebot bunt durchmischt. Grundsätzlich kann also jeder etwas finden. Mit dabei sind zum Beispiel: Süddeutsche Zeitzung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, Berliner Zeitung, Rheinische Post, die Zeit, WamS und BamS, Spiegel, Stern, Neon, Kicker usw. Damit hat man meiner Meinung nach schon mal einen guten Grundstein gelegt.

Gibt’s dafür auch ’ne Blendle-App?

Ich habe keine gefunden, auf der Seite ist auch keine angekündigt. Also nein. Allerdings ist die mobile Website so gut gestaltet, dass man eigentlich auch keine benötigt. Selbst auf dem Handy funktioniert es ruckelfrei und ansprechend. Allein das Blättern durch die Zeitungen ist nicht so dolle. Aber das könnte eine App auch nur schwerlich wirklich besser machen. Das Lesen der Artikel hingegen klappt super.

Hilfe?

Im Rahmen des Ausprobierens habe ich auch einmal Hilfe benötigt und eine Frage an den Support gestellt. Dieser antwortet schnell und freundlich und auch in meinem Sinne. Der Support findet dabei per Nachrichtensystem innerhalb von Blendle statt. Dabei kann man auch sehen, ob die Nachricht schon von einem Supporter bearbeitet wurde oder noch alleine und ungelesen vor sich hin liegt. Hier konnte ich mich in der kurzen Testphase nicht beschweren.

Fazit

Für mich ist Blendle das interessanteste Zeitung-lesen-Bezahlsystem für Inhalte im Internet seit langem. Es sind auch bereits weitere Zeitungen angekündigt, die man in Zukunft damit lesen können soll. Es würde mich freuen und ich werde es auch in Zukunft gerne weiter testen, zumal man sich mit Blendle seine eigene, tägliche Presseschau zusammenstellen kann.

Veröffentlicht von

Fachinformatiker, Medienliebhaber und - konsument, Rheinländer, kleiner Radiomacher, Schreiber dieses Blogs

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